Von der Aufmerksamkeit

Als Großfamilien-Mama werde ich hin und wieder mit der Frage konfrontiert, wie ich es schaffe, allen Kindern gerecht zu werden, meine Aufmerksamkeit zu teilen.

Und ich kann mit Selbstbewußtsein sagen, dass ich es nicht immer schaffe, aber auch nicht diesen Anspruch an mich habe. Denn ich denke so darüber:

Das erste Kind genießt den Vorteil, dass es viel Aufmerksamkeit bekommt. Man kann nicht unbedingt sagen, mehr als die Geschwister, aber eben anderer Art als alle Folgenden.

Die Meilensteine unserer Erstgeborenen sind häufig auch für  uns die einschneidendsten Momente und Entwicklungssprünge als Eltern… Vom ersten Lächeln, über den ersten Zahn, Kita- oder Schuleintritt, die erste Klassenfahrt- immer ganz besonders bedeutende und emotionale Momente. Nahezu alles wird beklatscht und bejubelt.

Ein Nachteil dieser zunächst unvergleichbaren Zuwendung, denn es hat ja noch kein anderer vorgelegt, mit dem man vergleichen könnte, ist jedoch manchmal auch GENAU DIESE Zuwendung.

Vieles wird von uns Eltern im Vorfeld erstmal diskutiert, kommentiert und beleuchtet. Wir müssen uns selbst oft mit den Dingen auseinandersetzen, die neu anliegen.

Bei den folgenden Kindern sind dann einige Sachverhalte gar kein Thema mehr. Wir können besser einschätzen, was uns erwartet, wissen, was am Ende dabei rum kommt. Man wird einfach gelassener, mit dem was man kennt. Hier wachsen die jüngeren Geschwister oft freier auf.

Nach vier Kindern kann ich für mich feststellen, dass so gerne ich alle gleich behandeln wollte, ich es in Wahrheit nicht tue. Jedes meiner Kinder ist einzigartig und so auch die Beziehung, die ich zu ihm habe und die Erfahrungen, die ich mit ihm mache.

Was ich aber auch sagen kann, ist, dass meine Kinder zu ihrem Recht kommen und ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit einfordern, wenn es sein muss. Jedes auf seine Weise und jedes meist zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Für mich besteht die Herausforderung also weniger darin, mit meinen Kindern immer gleichzeitig gleich umzugehen, sondern genau hinzusehen und hinzuhören, wenn ein Kind mich mal besonders braucht.

Ich weiß, dass sich meine Kinder geliebt und geborgen fühlen, auch wenn sie spüren, dass ich mal dem einen, mal dem anderen mehr oder weniger aufmerksam gegenüber stehe.

Denn Liebe drückt sich durch so viel mehr aus.

Liebste Grüße

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